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Die Geschichte vom Säen
oder: Erlebnisse aus 3 Jahren Bahrenfelder Schulgarten

Eine Lehrerin hatte seit mehreren Jahren immer wieder versucht, ein kleines brachliegendes Eckchen hinter dem Schulhaus in der Händelstrasse in ein fruchtbares Paradies zu verwandeln.

 
 
  Als Unterstützung gab man ihr alljährlich ein Dutzend Dritt- und Viertklässler, die im Sommerhalbjahr das Wahlpflichtfach "Schulgarten" gewählt hatten; dazu ein paar Gartengeräte - ausreichend für gut ein Drittel der Schüler - und den ermutigenden Hinweis, dass auf diesem Gelände außer Girsch, einem hübsch blühenden Unkraut, sowieso nichts wachsen werde. Nach einem Gebet um gutes Wetter (vielleicht fragt sich mancher, warum die Sonne in Hamburg meistens mittwochs scheint...) machte man sich also eines mittwochs im Frühjahr an die Arbeit.
 
1. Woche
   "Umgraben und Unkraut jäten"
 
2. Woche
   "Unkraut jäten und Umgraben"
 
3. Woche
    siehe 1. und 2. Woche
 
Dann kamen erst einmal die Frühjahrsferien, in denen das Unkraut eine erneute Chance bekam zu wachsen. Gestärkt durch die Ferien nahmen Schüler - und Unkraut! - den Kampf wieder auf. Übrigens: "Unkraut" ist laut Definition natürlich auch eine Pflanze, die aber bedauerlicherweise mit Vorliebe am falschen Ort wächst. Das schönste "Unkraut" fand eine Schülerin, als sie ihr Beet für die Bohnensaat vorbereitete. Das Kraut hatte eine derart dicke rote Wurzel, dass man es für eine Mohrrübe aus dem Vorjahr halten konnte - und so war es auch.
 
Dann endlich konnten die Schüler mit der Saat beginnen:
  • Und indem sie säten, fiel einiges auf den Weg, denn ein Mädchen war versehentlich mit offener Samentüte von Beet zu Beet gesprungen.
  • Einiges wurde vergessen mit Erde zu bedecken, so kamen die Vögel unter dem Himmel und fraßen`s auf.
  • Einiges ging auf, wurde aber vom schneller wachsenden Unkraut erstickt, denn ein Schüler hatte dieses zuvor nicht an der Wurzel gepackt.
  • Einiges aber fiel auf gutes Land, das von weisen Schülern mit Pferdemist gedüngt worden war.

 

Als sie aber gegessen hatten, sammelten sie die Reste ein und siehe, es reichte noch, um einige Vorschüler von den Hecken und Zäunen einzusammeln und zu einer halben Tasse Suppe einzuladen.

 

Und es ging auf und trug Frucht so reichlich, dass man einen Topf Gemüsesuppe davon kochen konnte.
 
 
 

  Wer aber nicht glaubt, wie`s hier geschrieben steht, der möge sein Kind doch selbst an unserer Schule anmelden und bei der nächsten "Schulgarten-AG" alles selbst erleben.
 
Lehrerin D. M.
(Die Mit Dem Handschuh Winkt)